CFP: Mode – Zwischen Ewigkeit und Fluechtigkeit

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Katholische Privat-Universität Linz und Universität Mozarteum Salzburg,
10. – 11.03.2017
Deadline: Nov 30, 2016

Tagung am Fachbereich Kunstwissenschaft der Katholischen
Privat-Universität Linz und am Mozarteum Salzburg
10.–11.03.2017

Mode wird traditionell mit Geschwindigkeit, Flüchtigkeit und  Vergänglichkeit verbunden. Seit sie im späten Mittelalter auftauchte, ist sie durch ihr Streben nach Innovation geprägt. Das Verhältnis der  Mode zum modernen Tempo bildete auch eines der zentralen Themen der im  19. Jahrhundert aufkommenden Modetheorie. Charles Baudelaire war 1863
einer der Ersten, der ihre Flüchtigkeit als das Charakteristische der  Mode erachtete. In den letzten Jahren hat sich das Tempo des modischen  Wechsels nochmals entscheidend beschleunigt. Ausgehend vom  Niedrigpreissektor hat der immer schnellere Wechsel auch die gehobene Mode erfasst. Obwohl die Mode als das exemplarische Feld des Wandels  gilt, fordert sie der aktuelle rasante Wandel heraus: Seit einigen  Jahren ist von einer Krise des Modesystems die Rede. Denn seit den späten Nullerjahren haben sich die bestehenden
capture-decran-2016-11-07-a-10-34-00Kräfteverhältnisse im Modesystem gravierend geändert. Die Branche  erlebt aufgrund von strukturellen Veränderungen schwerwiegende kreative  Umwälzungen. Zudem formiert sich gegen die „Fast Fashion“ eine immer  einflussreicher werdende Gegenbewegung – die „Slow Fashion“. Ihr geht  es um Nachhaltigkeit im Sinne ökologischer und sozialer Verantwortung.  Im Bereich von Produktion, Distribution und Konsum werden dazu neue
Technologien entwickelt oder herangezogen, tradierte Techniken mit  Hilfe neuster Verfahren reaktualisiert und alte Traditionen  wiederentdeckt. Im Zeichen des globalen Kapitalismus sind dabei jedoch  mitunter Machtstrukturen im Spiel, die den Umgang mit den natürlichen  Ressourcen nicht grundlegend ändern und soziale Ungleichheit unter neue  Vorzeichen fortschreiben.  Mode unterscheidet sich von Kleidung in ihrem ästhetischem Überschluss.  Dieser Überschuss eröffnet kreative Spielräume. Hierbei fällt
wiederholt eine spezifische Thematisierung von Zeit auf, die man als  eine Entdeckung der Langsamkeit und ein neues Interesse an  Beständigkeit beschreiben könnte. Zurückgegriffen wird dabei auf das  Sakrale, religiöse Zeichen, den Kunstdiskurs, die Tradition oder neuste  Technologien. Lässt sich dies als ein selbstreflexives Moment lesen?  Ziel der Tagung ist es das aktuelle Empfinden einer Krise des  Modesystems unter dem Aspekt des Verhältnisses von Mode und  Zeitlichkeit zu befragen. Wie haben sich unter diesem Fokus die  Funktionsweisen im System der Mode geändert, gewandelt und welche  Strategien werden heute von seinen Protagonisten aus welchen
(ökonomischen Motivationen angewandt?

Mögliche Themenfelder
– Renaissancen im Modesystem: Vintage, DIY, traditionelle
Formensprachen, Personal Measuring, Revival der Handwerkstechniken….
– Zufluchten: Rituale, Sakrales, Geheimbünde?
– Ökonomie, Zyklen und Verschleiß
–  Kunst – Mode – Zeit
– New Technology: Materialien, Herstellungstechniken, Vertriebswege…

Bitte senden Sie ein Exposé (max 2.500 Zeichen) sowie einen knappen
Lebenslauf bis zum 30.11.2016 an silke.geppert@moz.ac.at und
b.schroedl@ku-linz.at.

Gelder für Fahrt- und Übernachtungskosten sind beantragt. Eine
Publikation der Vorträge ist geplant.

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